2005-09-01

Gedichtinterpretation! Oder: Wieso Konnte George W. Bush Nicht Einfach Ein Knappes Jahrhundert früher An Der Macht Sein?

Kaum zu glauben, aber diese Woche ist fast schon wieder überstanden! Und ich habe meine Gedichtinterpretation hinter mich gebracht. Fragt sich bloß wie. Davon einmal abgesehen, dass "Berlin" von Georg Heym das denkbar unpassendste Gedicht, oder besser gesagt: Sonett (einer der wenigen Dinge, die ich wohl richtig haben werde), zum Interpretieren ist, hab ich es wohl trotzdem ziemlich versaut...Bis auf das Metrum hatte ich eigentlich ein ziemlich gutes Gefühl, doch das kann sich schlagartig ändern, wenn man danach mit seinen Freunden darüber spricht.
"Hä? Wie jetzt Krieg? Rebecca, das Gedicht war von 1911, da war viel, aber bestimmt kein Krieg!"
Dumm gelaufen, wenn man sämtliche Metaphern, wie "...der rote Untergang..." mit irgendwelchen Kriegsereignissen belegt hat. So wie ich. Aber wie würdet ihr das denn sonst interpretieren? Gut, vielleicht mit Industrie und der SPD und Arbeitersachen oder so, aber ich hielt halt Krieg für eine gute Idee.

Berlin VIII

25.12.1910

Schornsteine stehn in großem Zwischenraum,
Im Wintertag, und tragen seine Last,
Des schwarzen Himmels dunkelnden Palast.
Wie goldne Stufe brennt sein niedrer Saum.

Fern zwischen kahlen Bäumen, manchem Haus,
Zäunen und Schuppen, wo die Weltstadt ebbt,
Und auf vereisten Schienen mühsam schleppt
Ein langer Güterzug sich schwer hinaus.

Ein Armenkirchhof ragt, schwarz, Stein an Stein,
Die Toten schaun den roten Untergang
Aus ihrem Loch. Er schmeckt wie starker Wein.

Sie sitzen strickend an der Wand entlang,
Mützen aus Ruß dem nackten Schläfenbein,
Zur Marseillaise, dem alten Sturmgesang.

Dann frage ich mich, wie gemein doch das Schicksal ist? Hätte mein Lieblingsamerikaner No.1 schon damals gelebt, hätte dieser bescheuerte Krieg auch schon 1911 statt gefunden. Aber neeein, der muss ja jetzt leben und so Kriege wie den Irak Krieg führen. Oder: Wäre nie einer auf die dämliche Idee gekommen die Antipathie erst gegen ein bestimmtes Land aufzustauen, dann hätte es gar keine Kriege gegeben und ich wäre gar nicht erst auf die Idee gekommen so was reinzuinterpretieren. Aber ich glaube nicht, dass ich dafür genug geschichtliches und politisches Wissen besitze um da nähere Ausführungen darüber zu machen (wie ich ja heute eindrucksvoll bewiesen habe).

Was gibt es noch zu berichten, ach ja, Kunst war heute sehr toll. Neben dem Hören von Schlagern, Stereophonics und Coldplay noch ein Plakat zum Thema Frankreich-Austausch zu entwerfen...da wird der Spaßfaktor oft unterschätzt, was Berit sicherlich bestätigen kann (übrigens: Dir und Patrick viel Spaß heute ;) )! Dabei sind auch lustige Fotos entstanden, die ich hoffentlich bald posten kann. So als kleinen Einblick in mein stressiges Schulleben.
By the way: Ich habe es heute endlich geschafft Laura das Geld für die Konzertkarten zu überweisen. Wieder um 45€ ärmer, aber für Stereophonics und Athlete lohnt es sich doch wohl, oder?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

anni will auch n blog...


und aber hallo, lohnt sich das... gute investition